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| DIE MACHT NATÜRLICH KARRIERE |
Sie gilt als liebes Mädchen-sanftmütig, freundlich,
ohne Zicken und Gehabe.
Dabei wär´s nicht verwunderlich, wenn die Schauspielerin
Alexandra Maria Lara ein bisschen abheben würde.
Schließlich ist sie auf dem Weg nach ganz oben
Von IRMGARD HOCHREITHER und KARIN ROCHOLL (Fotos)
Stern, 15.01.2004 |
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| Bildhübsch.
Supererfolgreich. Irrsinnig sympathisch. Die Frau
ist eine echte Katastrophe. Jedenfalls für
alle Klatschmäuler und Hobby-Psychologen im
Land, die sich seit Jahren vergeblich an Alexandra
Maria Lara abarbeiten. Sie finden einfach nix, woraus
sich ein kleines Drama basteln ließe. Es sei
denn, man begnügte sich mit den Meldungen,
dass sie gern literweise Cola trinkt und dreimal
durch die Fahrprüfung gefallen ist. Aber sonst?
Keine Abgründe. Keine Affären. Keine Laster.
Nur Arbeitswut. In mehr als 30 Kino- und Fernsehproduktionen
hat die Schauspielerin bereits gezeigt, was sie
draufhat. Dabei ist sie gerade erst 25 geworden.
Sie spielte neben Benno Fürmann und Heino Ferch,
Jürgen Vogel und Peter Lohmeyer, Ben Becker
und Bruno Ganz. Mit Glück hat das wenig zu
tun. Eher mit Fräulein Laras Gespür für
Qualität- und einer Riesenportion Talent. |
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ES IST KALT UND
WINDIG in Berlin. In den verstopften Straßen
demonstrieren Studenten. Aber Schlag zwölf weht eine
schlanke Gestalt durch die Tür. Superpünktlich.
Alexandra Maria Lara kommt in Jeans und T-Shirt, ungeschminkt
und ungekünstelt, und versprüht die strahlende
Laune eines Menschen, der sich rundum wohlfühlt.
Die große Pose ist sowieso nicht ihr Ding. Und wenn
sie mal zickt, dann hat das Gründe, die jeder nachvollziehen
kann. Dem "Playboy" hat die Schöne gerade
abgesagt, " weil ich keine Nacktfotos brauche zum
Glücklichsein". Klar.
Sie hat seit sieben Jahren denselben Freund,
Florian, mit dem sie gerade ( wieder) zusammengezogen
ist, "weil unsere Beziehung ein Glücksfall ist"
.Sie liebt ihre Eltern, wertet Bescheidenheit als Tugend
und hat sogar mit dem Rauchen aufgehört. Brave Alexandra,
gutes Kind. Und weil der liebe Gott ihr noch dazu einen
Schwanenhals und dunkelbraune Samtaugen mitgegeben hat,
muss die Schauspielerin jetzt damit leben, dass man sie
zu einer neuen Audrey Hepburn stilisiert, zum mädchenhaften,
sanftmütigen Rehlein. Unwillig streicht sie sich
ein paar dunkelblonde Strähnen aus
dem Gesicht.
Aber Alex, wie Freunde und Kollegen sie nennen,
trägt ihr Image mit Würde. Es ist ihr einfach
zu blöd, ständig darauf hinzuweisen, dass sie
auch provozieren kann, schmutzige Witze erzählen-
und streiten, dass die Schwarte kracht. "Bin ich
eben nett", murrt das Herzchen, "es gibt viel
zu wenig nette Leute auf der Welt."
Ein hartes Jahr liegt hinter ihr. Sie stand für die
Kino-Komödie "Cowgirl" vor der Kamera und
spielte neben Bruno Ganz Hitlers Sekretärin Traudl
Junge im Leinwand-Drama "Der Untergang". Der
Film um die letzten Tage im Führerbunker wird im
September Premiere haben. Und dann der dickste Brocken:
die Hauptrolle im ARD-Dreiteiler "Der Wunschbaum",
der ab 15. Januar an drei Abenden die Zuschauer fesseln
soll. Für den verfilmten Schmöker von Sandra
Paretti schlüpfte Alexandra Maria Lara in die Rolle
der verwöhnten Tochter eines Seifenfabrikanten, der
zu Beginn des 19. Jahrhunderts sein Vermögen am Roulette-Tisch
verspielt. Es geht um den Lebenskampf einer jungen Frau,
die alles daran setzt, das Unternehmen des Vaters wieder
aufzubauen. Noch jetzt schwärmt Alexandra von der
Zusammenarbeit mit Kollegen wie Michael Degen, Meret Becker,
Peter Lohmeyer, Gedeon Burkhard- und vor allem Monica
Bleibtreu. "Aber diese 70 Drehtage", stöhnt
sie, "waren wahnsinnig anstrengend. Dass ich das
trotzdem gestemmt habe, darauf bin ich echt stolz."
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WANN
IMMER DIE 25-JÄHRIGE von ihrer Arbeit
spricht, spürt jeder sofort, mit wie viel Leidenschaft
sie sich in jede neue Aufgabe fallen lässt.
Und schließlich sprudelt noch eine Liebeserklärung
aus ihr heraus: "Das Schönste und Wichtigste
habe ich von meinem Vater gelernt- Spaß am
Spielen, die Lust, vor der Kamera zu stehen, gerne
zu lachen, mit Leichtigkeit und viel Herz zu arbeiten."
Ihr Vater Valentin Platareanu, einst ein Bühnenstar
in Bukarest, arbeitet heute als Schauspiellehrer
in Berlin. Er hat seine Tochter ausgebildet- auch
darin, auf dem Boden zu bleiben. Es war 1983, als
sich der Mann entschloss, seine Frau Doina und die
vierjährige Tochter in den Lada zu packen und
aus Rumänien nach West-Berlin zu fliehen. Die
Eltern wollten, dass ihr Kind in einer freien Welt
aufwächst. Wenn Alexandra an die erste Zeit
in Berlin zurückdenkt, erinnert sie sich "an
Farbfernsehen und Rolltreppen. Beides hatte ich
noch nie gesehen- und fand es absolut magisch".
Ihren Familiennamen hat sie mit 17 abgelegt, als
sie in der ZDF-Serie "Mensch, Pia" ihre
erste Hauptrolle spielte. Mit solch einem Zungenbrecher,
befand ihre damalige Agentin, könne man keine
Karriere machen. |
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DIE DAME MAG
RECHT gehabt haben. Den Durchbruch schaffte die
junge Schauspielerin jedenfalls im Jahr 2001 mit dem TV-Zweiteiler
"Der Tunnel". Alexandra Maria Lara gewann den
"New Faces Award" und wurde mit Rollenangeboten
überschüttet. Eingeschnürt in Mieder und
Korsagen hat sie zum Beispiel Kaiser Napoleon und den
schmucken Freiherrn von der Trenck erobert. Und ganz ohne
Stoff am Leib reizte sie Jürgen Vogel in Doris Dörries
Beziehungs-Dramulett "Nackt". Selbst in England
und den USA konnte die Wahl-Berlinerin bereits punkten.
Lob gab es für ihre Leistung als Tonya in dem Remake
des Kino-Klassikers "Doktor Schiwago", der als
internationale Koproduktion in feinstem britischen Englisch
gedreht wurde. Alexandra freut sich riesig, dass sie nicht
nachsynchronisiert werden musste, "obwohl meine Sprachkenntnisse
eher mickrig waren. Aber ich hatte ein gutes Ohr für
die Sprachmelodie- und einen Coach, der mir sagte, wie
man Zähne und Zunge perfekt in Position bringt".
Der nächste Karrieresprung ist schon
in Vorbereitung. Im März beginnen die Dreharbeiten
zu Helmut Dietls neuem Kinofilm "Vom Suchen und Finden
der Liebe". Hauptrolle neben Moritz Bleibtreu: Alexandra
Maria Lara. "Ich freue mich so", raunt sie so
leise, als bestünde die Gefahr, irgendwer könne
ihr das kostbare Vorhaben in letzter Sekunde abspenstig
machen. Das sind die Momente, in denen sie Gänsehaut
bekommt. Vor lauter Glück. "So ein wunderbarer
Regisseur und so ein tolles Drehbuch."
Und wieder so eine gute Gelegenheit, sich endlich diesen
Namen zu merken.
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